Jakob, der Bauer

"Ich heisse Jakob und bin hier der Meister. Ich bin der Jüngste von vier Brüdern. Deshalb konnte ich den Hof von meinem Vater übernehmen. So will es die Tradition hier. Meine Brüder mussten weg, wenn sie nicht ihr Leben lang als Knecht bei mir dienen wollten.
Ich bin verantwortlich für Hof, Feld und Stall. Ich verteile die Arbeit. Es stehen sechs Pferde, zwei Füllen und vier Ochsen im Stall. Dazu haben wir zwei Milchkühe mit ihren beiden Kälbern. In der Hostet weiden die Schafe. Ja, unser Hof ist gross und weit herum bekannt. Gut, dass ich eine tüchtige Frau gefunden habe! Elsi zieht am gleichen Strick wie ich und geht haushälterisch um mit Hab und Gut. Dazu hat es auch ein schönes Weibergut mitgebracht.
Arbeit gibt's genug! Auf dem Feld bauen wir Raps, Roggen, Gerste, Dinkel, Weizen, Wicki und Baschi an. Auch Hafer für die Pferde. All die Tiere müssen im Winter was zu fressen haben. Heu und Emd können wir in guten Sommern manch grosses Fuder eintun. Da helfen jeweils die Guggisberger, Tagelöhner aus dem Schwarzenburgerland, für drei bis fünf Wochen.
Für mein Amt als Unterstatthalter brauche ich auch viel Zeit. Von Amtes wegen schlichte ich Streitereien und schreibe Verträge.
Kürzlich ist der Moosrüedu verlumpet! Das kam mir sehr gelegen: Sein Stück Land am Bach unten fehlte mir noch gerade. Nun gibt es Neider links und rechts.
Ich muss jetzt schnell im Rossstall vorbei. Hänsu ist mir zu freigiebig mit dem Hafer für die Pferde. Dem muss ich einen Riegel schieben. Was ich dem immer auf die Finger schauen muss!"