Hänsu, der Karrer

"Ich heisse Hänsu und arbeite bereits im zehnten Jahr auf diesem Hof als Karrer. Ich war schon beim Vater des Meisters angestellt. Mein Stolz sind unsere Pferde, die ich jeden Morgen putze. Dann füttere ich sie reichlich. Nur wohlgenährte Pferde arbeiten zuverlässig. Deshalb schaue ich gut, dass sie genügend Hafer erhalten, was mir der Meister ab und zu vorhält... Zudem trägt die Lise wieder. Ich hoffe, dass sie ein hübsches Fülli wirft wie letzten Frühling. Auch die Lise und der Fuchs sind aus eigener Zucht. Da weiss man, was man hat!
Am Pferdemarkt haben wir die alte Fanni verkauft. Die hat einen guten Preis eingebracht. Niemandem sagen: Ich habe ihr Pfeffer unter den Schwanz gestäubt, damit sie etwas schneller geht. War das immer ein lahmes Tier!
Immer wenn ich Zeit habe, schmiere ich alle Geschirre und poliere die Schellen. Auch die Kummete brauchen Pflege. Da darf mir niemand dreinreden. Und die Wagen müssen in Stand gehalten werden. Der Meister überlässt mir auch das Pflügen.
Eigentlich hätte ich alles, um ein guter Meister zu werden. Unter uns gesagt: Das Stini gefiele mir ... Aber ein Hof fehlt mir. Als Ältester habe ich das Nachsehen. Und sowieso: Mein Elternhaus ist letztes Jahr abgebrannt, weil der Blitz eingeschlagen hat. Zum Glück konnten sie das Vieh retten. Es steht jetzt bei den Nachbarn im Stall. Niemand weiss, wie es weitergehen soll... Meine Mutter lebt bei ihrem Bruder, der Vater auf dem Nachbarhof und meine jüngsten Geschwister sind verteilt worden.
Ich liebe es, wenn etwas läuft auf dem Hof; wenn ein Gewitter droht und wir noch möglichst viele Fuder unter Dach bringen wollen; oder wenn ich am Abend noch das Tanzbein schwingen kann nach einer Nuss-Chnütschete."