A A A
Althuus

Peter, der Grossvater

"Ja, ja, die Zeiten ändern sich! Da sitze ich heute als Grossvater Peter. Auf die Alten hört man nicht mehr. Die Jungen wollen alles besser wissen! Zum Beispiel das mit dieser modernen Düngerei. Das kommt sicher nicht gut, ich habe den Jakob gewarnt. Mehr kann ich nicht machen. Ich habe ja den Betrieb an ihn abgegeben.

Dafür habe ich jetzt Zeit für meine gefreuten Enkelkinder. Vor allem das Meieli ist mir ein ganz tüchtiges Meitschi. Das gibt einmal eine feine Schwieger-tochter für einen stolzen Bauern.

Ich sitze jetzt im Winter am liebsten auf der Ofenbank und erzähle den Kindern von früher. Letzthin habe ich ihnen berichtet, wie unser Haus 1702 verbrannte. Man sagt, eine Jumpfere habe es angezündet. Sie war kurz vorher weg gejagt worden, weil sie es mit dem Erdknecht zu weit getrieben hatte.

Am liebsten erzähle ich Gespenstergeschichten und bringe damit die Frauenzimmer zum Göjsse! Auch Märchen kenne ich, die hat mir mein Grossvater erzählt.

Im letzten Winter bin ich vor dem Haus ausgerutscht und habe meine Schulter verletzt. Seither schmerzt sie mich. Die Kräuterfrau hat mir eine wärmende Salbe gegeben. Der Doktor hält nichts davon. Er habe genug von den Quacksalbern, die ihm ins Handwerk pfuschten... Nur eben, er gibt mir ja keinen besseren Rat.

Das Kläri meint nun, das sei die Strafe dafür, dass ich ihr vor dem Heiraten stand. Aber sie kann ja weder haushalten noch sonst rechnen und wäre nur ausgenützt worden oder dann mit dem Hof verlumpet... Nur mit Zitherspielen überlebt man nicht!"
FVAVANTGRD0708 1.5 RGSTRD
© 2010 Althuus

Althuus-Bilder

b37.jpg